Wie der Übergang zum regenerativen
Unternehmen gelingen kann
Morgen wird heute gestern sein | Text: Simon Berkler
Wir haben nicht viel Zeit und es muss ganz schön viel auf einmal passieren. Um auf dem Entwicklungsweg zu einer regenerativen Organisation stetig voranzukommen, braucht es eine klare Intention und einen Prozess, der die riesige Aufgabe in handhabbare Schritte teilt. Und das in der ganzen Organisation.

Wie alles im Leben hat auch das ganzheitlich regenerative Wirtschaften eine innere und eine äußere Dimension. Es geht also nicht nur um regenerative Strategien, Prozesse und Strukturen, sondern auch um regenerative Kulturen und Haltungen. Regenerative Praktiken fangen auf der individuellen Ebene an, lassen sich auf Team-Ebene und auf Organisationsebene beschreiben.

Die Anfangsfrage für uns lautet aber: Was genau meinen wir denn mit „Regenerativen Organisationen“? Wie lässt sich dieses Konzept handhabbar machen und für Organisationen operationalisieren? Was ist denn genau der Unterschied zwischen konventionellen Geschäftsmodellen und regenerativen Geschäftsmodellen?

In unserem Stellar Approach haben wir vier Prinzipien entwickelt, die eine Antwort auf diese Fragen geben. Die vier Stellar-Prinzipien lassen sich auf Strategie, Prozesse, Kultur, sowohl im Individuellen als auch auf Team- oder Organisationsebene anwenden.

Wenn wir es schaffen, Organisationen nach diesen Prinzipien zu gestalten bzw. umzugestalten, versöhnen wir Wirtschaft, soziale und ökologische Systeme. Weil wir damit beginnen, Wirtschaft im Rahmen natürlicher Gesetzmäßigkeiten zu verstehen - und nicht außerhalb derer. Es ist die größte Disruption, die wir in der jüngeren Industriegeschichte erlebt haben. Und wenn wir es richtig anstellen, ist es auch die heilendste von allen.

Wie kommen wir dahin?

OMG - wie soll das denn gehen? Dieser Reflex ist angesichts der schier überwältigenden Aufgabe mehr als verständlich, zumal es hier um einen systemischen Wandel geht, in dem das Wirtschaftssystem in komplexen Abhängigkeiten mit vielen anderen Systemen steht. Und dennoch - oder gerade deswegen - ist jede*r Einzelne in seinen*ihren jeweiligen Rollen und in seinem*ihrem eigenen Circle of Influence dazu aufgerufen, daran mitzuwirken.
Und wie immer bei Entwicklungsprozessen gilt: Es geht nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Ein klarer Prozess, der die Richtung vorgibt und eine kontinuierliche Nachsteuerung erlaubt, hilft dabei, Mammutaufgaben in viele kleine handhabbare Schritte zu unterteilen, und sich so mit Stetigkeit und gleichzeitiger Anpassungsfähigkeit zu bewegen.

Mit Blick auf die Veränderung in Richtung regenerativer Organisationen unterscheiden wir vier organisationale Hebel, die idealerweise gleichzeitig berücksichtigt werden:

  1. Intention und Alignment: Für die regenerative Reise braucht es einen organisationalen Willen und Entschlossenheit. Der Führung - wie auch immer sie organisiert ist - kommt hier ein besonderer Stellenwert zu.
  2. Neu gedachte Geschäftsmodelle: Geschäftsmodelle müssen sich an den oben genannten regenerativen Prinzipien (embedded, circular, inclusive, long-term) messen lassen. Das kann bedeuten, existierende Geschäftsmodelle umzubauen oder komplett neue Geschäftsmodelle zu entwerfen.
  3. Verankerung in der Organisation: Wie oben beschrieben: Wer regenerativ sein will, braucht regenerative Gewohnheiten IN DER GANZEN ORGANISATION. Hier muss nicht jede Organisationseinheit oder jedes Team im gleichen Tempo vorangehen, es hilft aber, den Teams eine klare Idee und einen klaren Fahrplan zu geben, wie sie sich in dem, was sie tagtäglich tun, in eine regenerative Richtung entwickeln können.
  4. Messbarkeit und Accountability: Nur wenn wir unseren Impact messen, haben wir auch eine Möglichkeit, steuernd auf ihn einzuwirken. Wie und was gemessen wird, spiegelt die oben genannte Intention. Der Messung, den Beiträgen der einzelnen Organisationseinheiten und der organisationsübergreifenden Zusammenführung kommt daher eine hohe Bedeutung zu.
Wie wir bei TheDive
den regenerativen Wandel unterstützen

Mit unserem Stellar Approach sind wir derzeit dabei, für alle oben genannten Felder positive Lösungsbeiträge zu schaffen.

  1. Strategic Alignment: Unsere Leadership-Formate helfen dabei, einen Entwicklungshorizont zu eröffnen, der die Stellar-Prinzipien berücksichtigt und damit auch in der Welt, in der wir 2035 leben werden, noch tragfähig ist. Daneben helfen wir Organisationen dabei, einen klaren strategischen Rahmen und ein klares Mandat für den regenerativen Umbau zu skizzieren.

  2. Regenerative Business Models: Mit unseren Kickbox- und Innovationsprozessen bieten wir einen strukturierten Prozess, um Geschäftsmodelle zu testen und zu bauen, die die regenerativen Stellar-Prinzipien beinhalten. Angelehnt an Lean Startup-Methoden eignet sich der Prozess sowohl zur Weiterentwicklung bestehender als auch zum Design neuer Geschäftsmodelle. (Und Spaß macht’s übrigens auch noch.)

  3. Stellar Team Development: Unser Stellar Team Development Prozess gibt einzelnen Teams in der Organisation einen klaren Fahrplan, wie das tägliche Tun durch regenerative Praktiken angereichert werden kann - Schritt für Schritt. Wie können die regenerativen Prinzipien Einzug finden in unseren Team-Purpose, in die Art und Weise, wie wir Ziele definieren oder Entscheidungen treffen? Je mehr Teams sich auf die Reise machen, desto stärker verankert sich regeneratives Wirtschaften in der gesamten Organisation.

  4. Impact Metrics: Messung ist nicht alles, ist aber ein wesentlicher Baustein, um zu überprüfen, ob wir auf dem richtigen Pfad sind. Die Frage, wie operationalisieren wir ökologische und soziale Beiträge eines Unternehmens und wie können diese KPIs in eine gesamthafte Steuerung neben den ökonomischen Indikatoren einfließen, ist ein Bereich, den wir gemeinsam mit unseren Ökosystem-Partnern ebenfalls in den Blick nehmen.

Bei all dem handelt es sich teilweise um bereits erprobte Prozesse, teilweise um Neuentwicklungen, die wir derzeit noch testen. Wir sind der Meinung, dass wir alle als Gesamtgesellschaft in diesem Feld gerade lernen - und jetzt sehr schnell miteinander lernen müssen. Wenn ihr Lust habt, mit auf diese Reise zu gehen, meldet euch gerne!

Und noch eine letzte Bemerkung: Transformation von innen nach außen heißt für uns auch immer, bei uns selbst anzufangen. Wir sind bereits seit 2019 eine zertifizierte B Corp, wissen aber, dass wir uns darauf nicht ausruhen können und dass das für die nächsten Jahre nicht reichen wird. Über unsere Reise hin zu noch mehr Regenerativität in unserem eigenen Tun halten wir euch natürlich auf dem Laufenden und sind immer interessiert an euren Impulsen.

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